Nach mehreren Verhandlungsrunden und 3 Warnstreiks konnte am 09.03. ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, dass eine deutliche Reallohnsteigerung für die Kolleginnen und Kollegen bei Riwald in Lustadt sicherstellt.
Bei einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten ist eine rückwirkende Entgelterhöhung zum 01.01.2026 um 1,99% vorgesehen sowie eine weiter Steigerung um 1,99% zum 01.01.2027. Außerdem wurde zu April 2026 die Einführung der Zahlung eines monatlichen steuer- und sozialabgabenfreien Sachbezugs in Höhe von 50 Euro pro Mitarbeiter vereinbart. Dieser Sachbezug wird nach Verhandlungsergebnis durch Überführung in eine Betriebsvereinbarung mit Nachwirkung über die Laufzeit des Tarifvertrags hinaus verstetigt. Im Schnitt macht dies noch einmal eine Entgeltsteigerung von ca. 2% aus.
Darüber hinaus wurden 2 Einmalzahlungen vereinbart: 400 Euro mit der April Abrechnung 2026 und weitere 250 Euro im Januar 2027. Als Ende der Laufzeit wurde der 31.03. 2027 vereinbart.
Da die Geschäftsführung von Riwald keine eigene Entscheidungsbefugnis hat, wurde eine Frist von 2 Wochen für eine Rückmeldung durch die Konzernmutter ArcelorMittal sowie Stillschweigen über das Ergebnis nach außen vereinbart.
In einer Mitgliederversammlung wurde das Verhandlungsergebnis einstimmig angenommen, von ArcelorMittal ist bis heute jedoch jegliche Antwort ausgeblieben.
„Von Seiten der Geschäftsführung Riwalds wurden wir bereits mehrfach vertröstet. Jetzt sehen wir uns auch nicht mehr an vereinbarte Schweigepflicht nach außen gebunden und gehen an die Öffentlichkeit“ so Philipp Nerger, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Landau und Verhandlungsführer bei Riwald.
Die betrieblichen Tarifkommissionsmitglieder und Betriebsräte André Köhler und Andreas Kurth kritisieren das Verhalten und die starren Strukturen im ArcelorMittal Konzern deutlich:
„Der Konzern nimmt die Belegschaft in den laufenden Verhandlungen nicht ernst. Entscheidungen werden nicht auf Augenhöhe getroffen, vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Interessen der Beschäftigten systematisch übergangen werden. Besonders problematisch ist, dass der Geschäftsführer von Riwald Electronics offenbar keine eigenständigen Entscheidungen treffen darf, da maßgebliche Vorgaben zentral im Konzern gesteuert werden. Zudem werden innerhalb des Konzerns Unterschiede gemacht, die weder transparent noch nachvollziehbar sind. Dies führt zu Unzufriedenheit und einem Gefühl der Ungleichbehandlung unter den Beschäftigten.“
Zu Resignation führt das Verhalten von ArcelorMittal bei den Beschäftigten aber keineswegs.
„Die vergangenen Warnstreiks haben uns alle zusammengeschweißt. Das Verhandlungsergebnis ist einstimmig angenommen worden. Wir lassen uns von ArcelorMittal nicht klein halten und bereiten jetzt eine unmissverständliche Antwort auf diese Respektlosigkeit vor.“